Schulprojekte
Malprojekte an Schulen mit unterschiedlichen Schulformen    


„Farbenfroh“

Schüler der Martin-Luther-King Gesamtschule Ratingen gestalten im Pädagogischen Zentrum der Schule ein überdimensionales Wandbild. Das Künstlerpaar Dreier & Hanousek hilft dabei.
Von Jennifer Bernkopf 
Schon wenn die Besucher der Eingangshalle der Martin-Luther-King-Gesamtschule betreten, fällt der Blick auf das große leuchtende Bild an der rechten Wand. „Fremde Welten – vertraute Orte“ so heißt das Thema, zu dem sich acht Jugendliche seit etwa einem Monat Gedanken machen. Einmal in der Woche für 3 Stunden malen die Acht-, Neunt- und Zwölftklässler an der sechsmal anderthalb Meter großen Gipswand. Das Künstlerpaar Petra Dreier und Michael Hanousek hilft ihnen dabei. Angefangen hat alles mit der Idee aus dem Kultursekretariat NRW Gütersloh: „Kultur und Schule“ hieß das Vorhaben.Arbeit ja, Noten neinDie acht Schüler kommen jede Woche wieder gerne, obwohl es keine Noten gibt. „Es macht viel Spaß und man kann dabei auch noch etwas lernen“ erzählt Alexander (13). „Es ist nicht wie im normalen Kunstunterricht. Im Unterricht malt man immer nach Plan, das Wandbild ist offener angelegt“, sagt Kunstlehrerin Sabine Karbach. „Deshalb wünsche ich mir, dass so etwas noch mal zustande kommt.“ Auch Anton (16), einer der Künstler, wünscht sich das Projekt für das nächste Jahr wieder. „Ich male in meiner Freizeit selber, aber ein Gemeinschaftsprojekt ist etwas anderes, es ist spannend, was die anderen dazu beitragen.“Dass den Jugendlichen die Arbeit Spaß macht, kann man am farbenfrohen Bild sehen. Jeden Donnerstag, bevor es mit dem malen losgeht, gibt es erstmal eine Besprechung. Das Bild aus Acrylfarbe wird genau unter die Lupe genommen. Die Künstler erklären, wo noch etwas verbessert werden kann und welche Techniken angewendet werden können. „Das Bild hat einen prozesshaften Charakter, es entwickelt sich von Woche zu Woche“, so Michael Hanousek. „Es war uns wichtig, bevor wir angefangen haben, das Thema genau zu besprechen, schließlich hat jeder andere Vorstellungen über fremde Welten und vertraute Orte.“ Petra Dreier fügt hinzu: „Das Bild ist im Dialog mit den Schülern entstanden.“
Rheinische Post Ratingen, 23. September 2006
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„Der fremde Bick, jugendliche Outsider“

Ein Malprojekt im Rahmen des Jugendkulturjahres 2007 in Ratingen. Eine dreiteilige Wand (ca. 8 x 2 Meter) im Treppenhaus der Helen-Keller-Schule in Ratingen sollte von den Jugendlichen selbst gestaltet werden.

Bei den Jugendlichen handelte es sich um geistig behinderte Menschen im Alter zwischen 18-21 Jahren. Da die Helen-Keller-Schule einen großen Wert auf Ausübung von handwerklichen Tätigkeiten mit künstlerischem Anspruch legt, konnten wir von einer sehr spannenden und lustvollen Zusammenarbeit ausgehen.

Der bildnerischen Zusammenarbeit mit unterschiedlichen Menschen ging ein Brainstorming voraus, das die Bildideen bündelte. Danach versuchten wir, einige gestalterische Merkmale zu besprechen, die eigenschöpferisch, mit einem großen Raum an Improvisation, umgesetzt werden sollten.

Das fertige Wandbild ist 16-teilig, d. h., dass jeder Teilnehmer eigenverantwortlich zwei Leinwände gestaltete, wobei das Einzelne durch das Zusammenfügen ein Ganzes bildet.

Das Projekt hatte das Ziel:

  • jedem Teilnehmer Wege in eigenes Schöpfertum aufzuzeigen und ihm einen Gestaltungsraum für die Freisetzung seiner inneren Bilder anzubieten.
  • einen Raum zu schaffen, in dem Jugendliche, die „anders funktionieren“ als die Gesellschaft es erwartet, Rückhalt erfahren und gleichzeitig gestalterisches Selbstbewusstsein entwickeln können.
  • geistig behinderten Jugendlichen den Eindruck vermitteln, dass sie jeden einzelnen „Bildschritt“ selbstständig gehen, sich ausdrücken können und durch das „bildnerische Sprachrohr“ Gehör und Anerkennung finden.
  • ein Forum für Outsider zu schaffen.
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    2008/2009 – Landesprogramm Kultur und Schule, Helen-Keller-Schule, Ratingen

    Die Arbeiten des Malprojekts der Helen-Keller-Schule entführen in eine bezaubernde Welt der Freundschaft und Liebe. Das Projekt gibt Schülern mit Behinderung den Raum, ihrer eigenen Sicht von Männern und Frauen, von Liebe und Freundschaft künstlerisch Ausdruck zu verleihen und einer Öffentlichkeit zu präsentieren… Im Vordergrund stand die freie schöpferische Arbeit, kein schulisches lernen. In diesem Projekt fand jeder mit den ihm gemäßen Fähigkeiten seinen Platz. Die Jugendlichen schufen verliebte Collagengesichter, Menschen mit Luftballons im Bauch, Vampire und schöne Frauen sowie expressive Interpretationen berühmter Paare der Kunstgeschichte. Ausdruck von Liebe ist nicht nur Thema der Bilder, auch die Liebe zum Malen ist jedem der Bilder anzusehen.
    (Aus „Vampire, Bräute und coole Typen“ von Irit Bahle, Rheinische Post Ratingen, März 2009)
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    2008/09 – GS Ferdinand-Heye-Schule, Düsseldorf; Tiere und Muster

    Eine gepunktete Giraffe neben einem grünen Salamander, rosa Flamingos, springende Delfine, ein rotes Seepferdchen und farbenfrohe Ornamente schmücken die neu gestaltete Wand im Innenhof der Ferdinand-Heye-Grundschule. Acht Schüler der dritten Klasse malten ihre Lieblingstiere auf den grauen Beton und verwandelten die einst triste und marode Wand in eine Welt, in der Heiterkeit, Poesie und der Glaube an das Gute noch ihren Platz haben.
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     2009/2010 – Landesprogramm Kultur und Schule,Helen-Keller-Schule, Ratingen

     …am Anfang hatten die Kinder – alle im Alter zwischen zwölf und 13 Jahren – noch Respekt vor den großen Formaten und den unterschiedlichen Maluntergründen. Was das Ehepaar am meisten überraschte: Sie hatten Angst vor Farbe. Schwierig sei vor allem gewesen, dass man teilweise nonverbal kommunizieren musste, da es Teilnehmer gab, die mehrfach schwerstbehindert und ohne Sprache seien, erklärte Dreier. Tim Wiese war einer von ihnen. So verschlossen er auch anfänglich wirkte, so explosiv und farbgewaltig waren dafür seine gegenstandslosen Kunstwerke, die er bei der Vernissage präsentierte.

    Jedes der ausgestellten Werke spiegelt seinen Maler wider. Lachende Giraffen, Drachen, Selbstporträts, Collagen und Fotografien beeindruckten nicht nur Eltern, Lehrer und Betreuer, sondern auch die Klassenkameraden. David Kuhlmann, ein großer Bob Marley- Fan, porträtierte beispielsweise sein Idol. Er skizzierte aber noch etwas viel Beeindruckenderes, seinen Lebenswunsch – in Form einer eigenen Würstchenbude – später einmal ein selbstständiges Leben führen zu dürfen in einer Gesellschaft, die ihn so akzeptiert, wie er ist.
    (Aus „Kunst der kreativen Köpfe“, von Melanie Meyer, Rheinische Post Ratingen, Juli 2010)
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    2009/2010 – Programm Jugend, Kultur und Schule der Landeshauptstadt Düsseldorf, Dumont-Lindemann-Schule, Gemeinschaftshauptschule Düsseldorf

     Bei der Frage, wie gesellschaftliches Miteinander von „Mehrheiten“ und „Minderheiten“ praktiziert und gefördert werden kann, spielt das bildnerische Denken eine wesentliche Rolle. Im bildnerischen Tun können Konflikte und Wünsche benannt werden, können Bilder Schnittstellen sein für eigenes und fremdes „Erkennen“ bzw. „Erleben“ (Identitätsbildung) und auch der Gewaltprävention dienen. So bildeten in diesem Kunstprojekt Wünsche, Sehnsüchte und Erinnerungen, oder auch Pläne den Antrieb für die Entstehung von Bildern, die die privaten, öffentlichen, wissenschaftlichen, religiösen, oder naturnahe Räume als Orte beschrieben, zu denen man aufbrechen, gelangen und Zuhause sein möchte.
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    2010/2011, Landesprogramm Kultur und Schule, Erich-Kästner-Schule, Mettmann

    „Dieser lange Gang war früher nichts Besonderes“ beschreibt Schulleiterin Anne Dore Lange-Hochgesand die inzwischen kunstvoll bemalte Fläche… Die Schüler haben verschiedene Aspekte zum Thema „Liebe und Freundschaft“ dargestellt…Gemalte Postkarten mit exotischen Motiven thematisieren Freundschaften über Grenzen hinweg…Aber Liebe birgt auch Gefahren: ein trojanisches Pferd symbolisiert Verrat, die Schlange Verführung. Kurze Texte regen zum Nachdenken an…Die 45 Meter lange und 3 Meter hohe Wand war eine Herausforderung…Das Ergebnis ist ein gut gemalter, fröhlicher Bilderzyklus, der für ein harmonisches Miteinander wirbt.
    (aus „Wandschmuck für die Erich-Kästner-Schule“ von Ulla Pantel, Rheinische Post Mettmann, April 2011)
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     2010/2011 Programm, Jugend Kultur und Schule der Landeshauptstadt Düsseldorf, Alfred-Adler-Schule, Schule für Kranke, Düsseldorf

    Die Räume der Alfred-Adler-Schule auf dem Gelände des LVR-Klinikums Grafenberg sind bunt geschmückt: 17 große Leinwände und viele weitere Bilder auf Pappe mit bunten und abstrakten Motiven zieren die Wände… Die Alfred-Adler-Schule ist eine Förderschule, die psychisch erkrankte Kinder für die Dauer ihres Aufenthaltes im LVR schulisch betreut. Das Kunstprojekt war daher etwas ganz besonderes für die Schüler, Lehrer und Künstler: „Am Anfang war ich etwas verunsichert, aber dann hat es Spaß gemacht, die Phantasie spielen zu lassen“, erzählt ein Schüler…Stolz sind die Künstler und Lehrer auch auf die Entwicklung der Schüler. Während anfangs noch die Farbe schwarz die Bilder dominierte, wurden sie mit der Zeit bunter.
    (aus „Kunstprojekt für erkrankte Kinder“, Rheinische Post Düsseldorf, Juli 2011)
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    2010/2011 Programm Jugend Kultur und Schule der Landeshauptstadt Düsseldorf, Evangelische Jugend-Freizeiteinrichtung Düsseldorf-Oberbilk

    Es entstand eine strahlenförmig angeordnete Bildwelt mit einem Zentrum, um das die unterschiedlichen Motive kreisen; Die Dimension war für alle Schüler eine Herausforderung, die ihnen bis dato unbekannt war; es war nicht nur eine „sportliche Leistung“ sondern eine Wandgestaltung mit einem hohen Identifikationswert und mit einem schmückenden Wiedererkennungsmerkmal für das Evangelische Jugendzentrum Düsseldorf.
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    2011/2012 Landesprogramm Kultur und Schule, Comenius – Schule Ratingen

    In diesem Schuljahr haben die Künstler: Petra Dreier und Michael Hanousek in der Comenius-Schule in Ratingen-Lintorf ein Kunstprojekt zum Thema „Gestalten statt zerstören“ durchgeführt. Finanziert wurde dieses Kunstprojekt aus dem Programm „Kultur und Schule“. Insgesamt beteiligten sich 18 SchülerInnen aus unterschiedlichen Klassen und Jahrgängen an diesem Kunstprojekt und haben unter Anleitung zwei farbenfrohe Wandbilder gestaltet, die jetzt den Zugang zu den Klassen- und Fachräumen schmücken. In den Gestaltungsprozess waren die SchülerInnen eingebunden und sind jetzt stolz auf die positive Rückmeldung, die sie von ihren MitschülerInnen erhalten. Beim Sommerfest haben die Eltern die beiden Wandgemälde bewundert. Die beteiligten Schüler hoffen, dass die farbenfrohen Wandbilder lange unbeschädigt im Eingang der Comenius-Schule zu sehen sein werden.
    Aus „Kunst in der Comenius-Schule“, Rheinische Post Ratingen, Juli 2012
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    2011/2012 Programm Jugend Kultur und Schule der Landeshauptstadt Düsseldorf, Jugend Freizeiteinrichtung Düsseldorf-Wersten

     „Eine Ideenwelt bestehend aus Wildtieren, tanzenden Menschen, Urlaubserinnerungen und ganzen Erdbällen ist in der „Offenen Tür“ an der Lützenkircherstr. 14 im ehemaligen Kinderraum zu bestaunen“….“Die weißen Wände, auf denen noch die Vorzeichnungen aus Kreide zu erkennen sind, sind mittlerweile mit Erinnerungen an Urlaubszenen am Strand und unter Wasser, einem Känguru, einem Tiger und tanzenden oder sportlich aktiven Menschen bemalt. Diese Motive müssen noch später alle thematisch in Verbindung gebracht werden, damit der Raum als solcher zu erschließen ist. Ziel ist eine Mischung aus Konzentration und Ausgelassenheit“…
    Aus „Kinder gestalten Wände“, Rheinische Post Düsseldorf, August 2012
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